Bürgerstiftung

Was sind Bürgerstiftungen?

Bürgerstiftungen kann man als unabhängige Stiftungen von Bürgern für Bürger beschreiben. Mehrere Stifter verfolgen diverse Stiftungszwecke in einem begrenzten geographischen Gebiet, z.B. einer Stadt, einem Landkreis oder einer Region. Die Stifter bzw. späteren Zustifter der Bürgerstiftung werden über entsprechende Gremien an der Willensbildung beteiligt. Bürgerstiftungen fördern gemeinnütziges Engagement vor Ort, können aber auch eigene Projekte durchführen. Durch die Bündelung des finanziellen und persönlichen Engagements sind sie oft Katalysator und Sprachrohr des örtlichen Gemeinwesens.

Was ist das Besondere an einer Bürgerstiftung

Im Unterschied zur herkömmlichen Stiftung, die von einer Person oder einem Unternehmen gegründet wird und fortan mit den Erträgen aus dem Stiftungskapital arbeitet, sind Bürgerstiftungen Gemeinschaften von Stiftern und Zustiftern, die das Stiftungskapital erst langfristig durch eine Vielzahl eher kleinerer Zustiftungen aufbauen. Dadurch kann es sich jeder leisten, Stifterin oder Stifter zu werden.

Im Gegensatz zu Vereinen muss eine Stiftung ihr Geld nicht „zeitnah verwenden“, sondern kann langfristig arbeiten. Das Stiftungsvermögen selbst bleibt unangetastet. Dies macht die Bürgerstiftung langfristig unabhängig von der wirtschaftlichen Situation, politischen Mehrheiten und der wechselnden Spendenbereitschaft der Bürger. Da Bürgerstiftungen "auf ewig" angelegt sind, ist ihr Tätigkeitsbereich bewusst sehr weit gefasst. Dadurch können sie im Laufe ihres Bestehens flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und sind offen für die Motive und Interessen von späteren Zustiftern.

Wie viele Bürgerstiftungen gibt es in Deutschland?

Insgesamt gibt es in Deutschland mindestens 257 Bürgerstiftungen (Stand 30.06.2009), die den zehn Merkmalen einer Bürgerstiftung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechen.

Nähere Informationen unter:
http://www.aktive-buergerschaft.de/umkreissuche

In welchem Bundesland gibt es die meisten Bürgerstiftungen?

Die meisten Bürgerstiftungen gibt es in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern. (Stand: 30.06.2009).

Nähere Informationen unter:
http://www.aktive-buergerschaft.de/umkreissuche

Warum engagiert sich die Genossenschaftsbank?

Wir engagieren uns als Genossenschaftsbank für die Bürgerstiftung, weil das zu uns gut passt. Genossenschaften basieren auf den Prinzipien von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Die Bürgerstiftung funktioniert nach ähnlichen Prinzipien. Das verbindet.

Dass die Grundprinzipien der Genossenschaft hoch aktuell sind, wollen wir mit unserem Engagement für die Bürgerstiftung in moderner Form zeigen.

Wie kann man bei der Bürgerstiftung mitmachen?

Bürgerstiftungen brauchen nicht nur die "Geldreichen", sondern auch die "Zeit-" und "Ideenreichen". Sie bieten eine ideale Möglichkeit, sich miteinander für das lokale Gemeinwesen zu engagieren. Und das bereits mit kleinerem Vermögen. Ob als Stifter oder Zustifter, als Geld- oder Sachspender, durch ehrenamtliches Engagement in den Gremien der Stiftung, freiwillige Mitarbeit in Projekten und Arbeitsgruppen oder durch gute Ideen für die Arbeit der Bürgerstiftung - es bieten sich jedem verschiedene Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements.

Die finanziellen Möglichkeiten reichen von Spenden, z.B. anlässlich von Jubiläen oder Betriebsfesten über zweckgebundene oder zweckfreie Zustiftungen in das Stiftungsvermögen, bis zur Errichtung eigener Stiftungen unter dem Dach der Bürgerstiftung.

Informationsmaterial zum Weitergeben: Ratgeber im Taschenformat "Bürgerstiftung: Mitgemacht!"Tipps für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine, Verbände, Banken, Kirchengemeinden und Kommunen.

Wer kontrolliert die Bürgerstiftung?

Die Bürgerstiftung hat eigene Gremien, in denen namhafte Persönlichkeiten der Region mitarbeiten. Das Kuratorium überwacht die Arbeit des Vorstandes. Außerdem wird die Bürgerstiftung ihre Stifter, Spender und die Öffentlichkeit transparent über ihre Arbeit informieren. Schließlich wacht auch der Staat durch die Stiftungsaufsicht über die Bürgerstiftung, da jährlich über die Arbeit und die Finanzen der Bürgerstiftung berichtet werden muss. Das Finanzamt schließlich achtet auf die Einhaltung der Gemeinnützigkeit.

Ist die Bürgerstiftung eine Konkurrenz zu den örtlichen Vereinen?

Nein. Wir wollen, wo sich das anbietet, mit den Vereinen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Uns geht es darum, Kräfte zu bündeln und durch sinnvolle Zusammenarbeit Synergieeffekte zu erzeugen.

Die Volksbank hat sich durch die Aktive Bürgerschaft beraten lassen und ist dort selbst Mitglied. Was ist die Aktive Bürgerschaft?

Die Aktive Bürgerschaft e.V. ist das Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Volksbanken und Raiffeisenbanken im genossenschaftlichen FinanzVerbund.

Die Aktive Bürgerschaft unterstützt Bürgerstiftungen von der Idee bis zur aktiven Arbeit. Damit Bürgerstiftungen in vielen Städten, Gemeinden und Regionen entstehen, hat die Aktive Bürgerschaft zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) 2002 die "Kampagne Bürgerstiftungen" ins Leben gerufen. Zahlreiche Volksbanken und Raiffeisenbanken haben seither selbst Bürgerstiftungen initiiert oder fördern und unterstützen bestehende Bürgerstiftungen.

Die Beratung der Aktiven Bürgerschaft orientiert sich am Idealtypus einer Bürgerstiftung nach den 10 Merkmalen für Bürgerstiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Mehr:
http://www.aktive-buergerschaft.de14:33 14.10.2011